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klaus Radler

Anmeldedatum: 02.05.2004 Beiträge: 47 Wohnort: Immenstadt
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Verfasst am: So Aug 15, 2004 11:33 am Titel: Die Breitachklamm |
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Nach heutigem Wissenstand entstand die Breitachklamm nach der letzten Eiszeit.
Sie ist eines der größten Naturwunder der Alpen.
Vor etwa 25000 Jahren war das Klima hier bei uns extrem kalt, ca. -3 Grad. In den Oberstdorfer Bergen begann der riesige Illergletscher zu wachsen und schob vor etwa 23000 Jahren seine Eiszunge ins Alpenvorland bis nördlich von Kempten.
Dieser Gletscher wurde vom Breitachgletscher gespeist und die Eismassen waren im Walsertal bis zu 700m dick, und nur die höchsten Berge ragten noch aus dem Eis.
Vor etwa 15000 Jahren erwärmte sich das Klima wieder und die Gletscher schmolzen. Das Gebiet von Tiefenbach und des Walsertals waren wieder eisfrei, die Landschaft hatte sich verändert.
Im Walsertal hinterließ der Breitachgletscher ein tief ausgehobeltes Hochtal. Die schmelzwasserführende junge Breitach begann sich in diesen Talboden immer tiefer einzugraben. Wasserwirbel tosten um die Felsen, Strudellöcher bildeten sich und sorgten für eine rasche Eingrabung.
10000 Jahre lang sägte sich die Breitach immer tiefer in den Schrattenkalk und eine fast 100 Meter tiefe Klamm entstand. Ca. 1600 Meter lang, an der engsten Stelle nur 2 Meter breit, genannt der ?Zwing?, das ?eingezwängte Wasser?.
Die Breitach wird in alten Urkunden erstmals 1059 genannt.
Als "Flumine Praitahe" ist sie als Grenzfluß in einer Schenkungsurkunde des Bistums Augsburg aufgeführt.
Der Zwing war schon früh bei den Bewohnern des oberen Illertals bekannt. Erbaut wurde er erstmals 1632. Der primitive Steg wurde mehrfach erneuert und von Bauern und Holzfällern, Jägern und Wilderern benutzt.
Der Tiefblick in die unzugängliche innere Klamm war auch für die ersten Sommerfrischler furchterregend. Die Felswände beim Zwingsteg sind so hoch wie die Türme der Frauenkirche zu München.
Nach alten Sagen waren besonders die unheildrohenden Zwinggeister , die ?Muetes?, die, von Hexen begleitet, nachts auf Sturmesflügen durch den Zwing flogen. Ein Sterblicher, der sich nachts dem Zwing näherte, hörte zunächst eine wundervolle Musik, die in der Nähe in ein entsetzliches Geheul überging. Wer nicht floh, wurde von den Geistern hinab in die schauerliche Schlucht gerissen.
Auch Besucher des 1798 eröffneten Zollhauses und Wirtshauses ?An der Schanz? erzählten öfter, dass sie auf dem Heimweg über den Zwingsteg von Geistern ?gebeutelt? worden seien und deswegen erst am Morgen nach Hause gefunden hätten. (Der Geist des Tiroler Rotweines vom Schanzenwirt hat dabei sicher die ?Klammgeister? unterstützt!)
Immer wieder wird von verborgenen Schätzen in der Klamm erzählt, aber alle Suche war vergeblich.
Im Dezember 1875 ließen sich die ersten Männer nachweislich an Seilen in die unzugängliche innere Klamm hinunter. Es waren der Tiefenbacher Seraphim Schöll und sein Helfer Speiser.
Der Oberstdorfer Förster Josef Schwarzkopf hatte oberhalb der Klamm einen kapitalen Hirsch angeschossen, der auf der Flucht 70 Meter tief in den Zwing hinunter gestürzt war. Der Hirsch lag tief unten auf einer unzugänglichen Steinplatte, über ihm riesige Eiszapfen. Es galt als unmöglich, ihn herauszuholen.
Nur Schöll war so mutig, für eine Entschädigung von 25 Gulden den Versuch zu wagen. Mit 9 Helfern stieg er an den verschneiten oberen Rand der Klamm hinauf. Mehrere Hanfseile wurden zusammengeknotet. Dann ließ Schöll seinen Helfer Speiser zum Hirsch hinab. Beim Hinaufziehen blieb der drei Zentner schwere Hirsch unter den überhängenden Felsen hängen. Da ließ sich Schöll selbst in den Zwing hinab. In der vereisten Schlucht, frei an gefrorenen Seilen hängend, weidete es den Hirsch aus. Dann konnte das Tier über die Hindernisse nach oben gezogen werden.
Es war das erste verwegene Unternehmen in der Klamm. Schätze wie Gold oder Silber wurden dabei nicht gefunden. Die in einer Sage überlieferte Prophezeiung des hl. Magnus blieb Legende. ?Holt euch einen Sack Dukaten aus dem Zwing, wenn ihr ihn zu finden wisst.?
Diesen Schatz hat dann vor 100 Jahren der junge Tiefenbacher Pfarrherr Johannes Schiebel gehoben, als er mit Mut und Unternehmungsgeist die Breitachklamm begehbar machte.
Am 22. Mai gab der Bauunternehmer Lucian Johann aus Südtirol ein Angebot ab.
Für 16.302,- DM war er bereit die Klamm begehbar zu machen.
Am 25. Juli 1904 wurde der Vertrag mit Lucian abgeschlossen.
Fertigstellung bis spätestens 1. Juni 1905
Nach 4600 Tagschichten, 230 reinen Arbeitstagen, war der Klammweg fertiggestellt. Verbraucht wurden 1050 kg Schwarzpulver, 225 kg Anogon, 50 kg Dynamit, 4160 Meter Zündschnur, 23 Tonnen Eisen und 11 Tonnen Zement.
Am 6. Mai 1905 führte Johann Lucian zum ersten Mal Pfarrer Schiebel, Bürgermeister Schratt, Andreas Hofmann und Johann Anton Schmidt auf der fertigen Wegtrasse durch die Klamm. Nur die Geländer fehlten noch. Die Weglänge betrug 1780 Meter, davon waren 1021 Meter mit 7000 Sprengschüssen in den Fels gesprengt worden.
Die Gesamtkosten beliefen sich letztendlich auf 26.616,- Mark.
Am 5. Juni fand bei herrlichem Sommerwetter die große feierliche Eröffnung der Breitachklamm statt.
Schon im Eröffnungsjahr 1905 durchwanderten 25000 Besucher die Klamm.
Durchschnittlich kamen in den nächsten Jahren 20000 Besucher.
Ein Festtag für die ganze Gemeinde Tiefenbach war es, als am 26. Mai 1909 Kronprinz Ludwig von Bayern, der spätere König Ludwig III, die Klamm besuchte.
1922 wurden erstmals 100000 Besucher gezählt. 1937 wurde die 200000 Besucher Marke erreicht.
Hochwasserkatastrophen in den Jahren 1906, 1910, 1918, 1920 und 1926 störten empfindlich die erfreuliche Entwicklung der Besucherzahlen.
Am 4. Juni 1944 und am 16. September 1945 folgten zwei schwarze Tage in den Annalen der Breitachklamm.
Wolkenbruchartige Unwetter ließen die Breitach mehrere Meter über die Weganlage ansteigen. Felsen und Baumstämme zerstörten Geländer und Brücken. Der Schaden war enorm.
Die Klamm mußte gesperrt werden. Die Eingänge wurden zugemauert. Die Klamm blieb mehrere Jahre zugesperrt.
1948 wurde mit der Wiederinstandsetzung der Klamm begonnen. Im Frühjahr 1949 konnten nach fünfjähriger Schließung die ersten Besucher wieder sicher durch die Klamm gehen.
1949 wurde die Klamm unter besonderen Schutz gestellt.
Am 15. Mai 1954 feierte die Klamm ihr 50-jähriges Bestehen.
Am 18. Februar 1963 verstarb der Gründer des Breitachklammvereines Pfarrer Johannes Schiebel im Alter von fast 92 Jahren.
Sein Bild, in Erz gegossen, erinnert am Tunneleingang an den Erschließer der Breitachklamm.
Bedroht wurde die Klamm durch den Alpenplan 1959. Aufgrund von beträchtlichen Überschwemmungen an der Donau sollten Rückhaltebecken gebaut werden.
Dazu waren im Breitachtal zwei Staumauern vorgesehen.
Die schönste Klamm Mitteleuropas wäre durch eine ungeheure Betonmauer vernichtet worden.
Jahrelange Diskussionen und massive Proteste von allen Seiten führten schließlich zum Erfolg. 1962 wurden die Planungen eingestellt. Der Mauerbau ist nicht erfolgt, die Klamm blieb unversehrt erhalten.
Am 6. Oktober 1979 feierte der Breitachklammverein sein 75-jähriges Bestehen.
Am 24. September 1995, morgens gegen 6.00 Uhr, erfolgte südlich des oberen Kassenhäuschens, ein riesiger Felssturz. Ein gigantischer Felsblock von etwa 50000 Kubikmetern löste sich aus der Wand und stürzte 70 Meter tief in die Klamm. Der Weg wurde auf 20 Meter Länge 3 Meter hoch zugeschüttet. Menschen kamen nicht zu Schaden, da die Klamm an diesem Sonntagmorgen noch geschlossen war. Nicht auszudenken wenn dieser Felssturz drei Stunden später geschehen wäre...
Ein natürlicher Staudamm, quer über die Klamm, war entstanden. Durch Regenfälle bildete sich ein Stausee von 200 Meter länge und bis zu 7 Meter tiefe.
Am 23. März 1996 war die Klamm wegen des starken Tauwetters geschlossen. Der technische Leiter Leo Vogler wollte einen Inspektionsgang durch die Klamm machen, wurde aber durch ein Gespräch aufgehalten.
Da war gegen 11.30 Uhr ein unheimliches Rauschen in der Klamm zu hören. Der durch den Bergsturz entstandene Damm konnte den gewaltigen Wassermengen der Schneeschmelze nicht mehr standhalten und war gebrochen. Eine gigantische Flutwelle von etwa 300000 Kubikmeter Wasser ergoss sich in kürzester Zeit durch die Schlucht. Der Wasserpegel im engsten Teil der Klamm stieg in wenigen Minuten auf über 35 Meter an, der höchste Wasserstand, der je gemessen wurde.
Es entstand ein Schaden von ca. 300000,- DM.
Auch in den nächsten Jahren kam es immer wieder zu Hochwasser und dadurch zu Schäden.
Folgender Spruch ermahnt uns :
Niemand weiß, was die Zukunft bringt, wie die unablässig arbeitende Kraft der Breitach in der Klamm wirken wird.
Lassen Sie sich von den Bildern in eine andere Welt verführen und spüren Sie den Geist der Breitachklamm.......
Pfarrer Johannes Schiebel hat die Klamm begehbar gemacht
Eine Wasserstandstafel der vergangenen Hochwasserstände
Der geschichtsträchtige Zwingsteg, 1632 erstmals erbaut
Am 24.9.1995, morgens gegen 6.00 Uhr erfolgte der riesige Felssturz.
Ein gigantischer Felsblock von etwa 50000 Kubikmeter löste sich aus der
Wand und stürzte 70 Meter tief in die Klamm. Ein natürlicher Staudamm
bildet sich von 200 Meter länge und 7 Meter Tiefe, der am 23.3.1996
aufgrund heftiger Regenfälle und der Schneeschmelze brach. Eine
gigantische Flutwelle von etwa 300000 Kubikmeter Wasser ergoss sich in
kürzester Zeit durch die Schlucht. Der Wasserpegel im engsten Teil der
Klamm stieg in wenigen Minuten auf über 35 Meter an, der höchste
Wasserstand, der je gemessen wurde. Der Schaden betrug 300000.- DM
 _________________ Touren sind buchbar unter: www.allgaeu-bikers.de oder auf CD mit Bildern und Beschreibung erhältlich.
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Klaus - Allgaeu-Bikers.de Team |
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ofti Gast
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Verfasst am: Mi Nov 23, 2005 7:28 pm Titel: |
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hallo ins allgäu! ich komme jetzt seit 12 jahen, also war ich mit 3 monaten zum ersten mal da! ich gehe jedes jahr nach ofterschwang, genauer mindestens 2 mal, in die gleiche pension, ins gleiche zimmer! eigentlich als ich 5 war war ich zum ersten mal da, und bei JEDEM urlaub war ich auch in der klamm!
mfg daniel |
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